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Mütter, Väter und Kinder werden vergessen! - Klinken im Müttergenesungswerk durch Covid-19-Schutzgesetz in Existenz bedroht

12.09.2022 - Kurenberatung -

Berlin, 08.09.2022. Die Corona-Pandemie hat Familien besonders stark belastet. Das zeigen
nicht nur viele Studien, sondern auch der gestiegene Bedarf an gesundheitlicher Unterstützung.
Viele Mütter, Väter, Kinder und pflegende Angehörige sind dringend kurbedürftig und auf
Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen der Einrichtungen im Müttergenesungswerk angewiesen.
Seit dem 1. Juli 2022 erhalten die Kliniken jedoch keine finanzielle Unterstützung der
Krankenkassen mehr, um die weiterhin bestehenden coronabedingten wirtschaftlichen Belastungen
auszugleichen. Im nun beschlossenen Covid-19-Schutzgesetz sind die Kliniken erneut
nicht wirksam berücksichtigt.


Keine tragfähige Lösung für Kliniken
Bei der im Covid-19-Schutzgesetz beschlossenen Regelung handelt es sich um Augenwischerei,
die an der Realität der Vorsorge- und Rehabilitationskliniken im Verbund des Müttergenesungswerks
vorbei geht. Denn zur wirtschaftlichen Unterstützung soll es nur kommen, wenn
künftig eine epidemische Lage von nationaler Tragweite festgestellt wird. Da diese erst im letzten
Winter zurückgenommen wurde und nicht davon auszugehen ist, dass sie zeitnah wieder
zum Tragen kommt, läuft das Gesetz ins Leere. Die Belastungen für die Kliniken bleiben aber
bestehen, denn die Mehrkosten für erforderliche Hygiene-Maßnahmen sowie coronabedingte
Kur-Abbrüche und -Ausfälle gehören nach wie vor zum Klinik-Alltag. Hinzu kommt die angespannte
Situation durch hohe Energiepreise und die Inflation. „Mütter, Väter und Pflegende
sind systemrelevante Gruppen der Gesellschaft. Ihre Gesundheit zu fördern und wieder herzustellen
muss Priorität haben. Diese wichtige staatliche Aufgabe darf politisch nicht vergessen
werden“, so MGW-Geschäftsführerin Yvonne Bovermann.
Kliniken im Müttergenesungswerk in Existenznot
Die gemeinnützigen Vorsorge- und Rehabilitationskliniken im Verbund des Müttergenesungswerks
sind im Vergleich zu Krankenhäusern klein, mit nur einem Leistungsbereich. Die Bildung
von Rücklagen, um höhere Kosten und geringere Einnahmen zu kompensieren, ist aufgrund
der permanenten Unterfinanzierung und den Vorgaben für die Gemeinnützigkeit nicht
möglich. Die gestiegenen Kosten für Hygieneaufwendungen und die allgemeinen Kostensteigerungen
umfassen inzwischen bei einigen Kliniken mehr als 50 Prozent der Tagespauschalen.
Zusätzlich verursacht auch der gestiegene Bedarf an therapeutischen Maßnahmen höhere
Kosten.
Vorsorge- und Rehakliniken brauchen wirtschaftliche Absicherung
Die Auslastung der Kliniken liegt aktuell coronabedingt weiterhin bei nur 70 bis 85 Prozent.
Jedoch ist ein wirtschaftlicher Betrieb erst bei einer Auslastung von 95 Prozent möglich. Es ist
davon auszugehen, dass die Belegungszahlen sich bei erneut steigenden Infektionszahlen im
Winter weiter verringern.
Scheinbar fehlt derzeit der politische Wille, die Vorsorge- und Rehabilitationsangebote für
Mütter, Väter und pflegende Angehörige zu erhalten. Dadurch ist das einzige stationäre Gesundheitsangebot
für Care-Arbeit Leistende akut gefährdet. Das Müttergenesungswerk fordert
die politisch Handelnden daher dringend auf, einen lückenlosen finanziellen Ausgleich für die
dramatisch gestiegenen Kosten sicherzustellen.


Weitere Informationen und Kontakt:
Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk
Julia Weninger
Bergstraße 63, 10115 Berlin
Tel.: 030 330029-15
Fax: 030 330029-20
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